22.09.2022
Triathlon

Maria Andreas qualifziert sich für Hawaii

Mit Maria Andreas, Rebecca Sack und Patricia Fröhlich fliegen drei Eintrachtlerinnen dieser Tage zur Triathlon-WM nach Hawaii. Eine Vorstellungsrunde in drei Teilen - den Anfang macht Maria Andreas.

Am 21. August 2022 startete Maria Andreas auf ihrer dritten Langdistanz - dieses Mal in Kopenhagen. Akribisch hatte sie sich ein ganzes Jahr vorbereitet, den Moment des Starts zigmal im Kopf durchgespielt. „Und doch ist es kaum zu glauben, wenn man dann tatsächlich früh am Morgen mit hunderten anderen Athleten vor dem Schwimmstart steht und gar nicht weiß, ob Vorfreude, Aufregung oder der Drang zum siebten Toilettengang überwiegen“, erzählt sie.

„Gleich in der ersten Startgruppe bin ich in die Lagune vom Amager Strandpark gerannt und kam auch sehr gut durch den übersichtlichen Kurs. Das Vereinstraining mit der Eintracht sowohl im Freiwasser im Trais-Horloffer See, als auch meine spezifische wöchentliche Vorbereitung mit Swim-Coach Michael im Riedbad haben sich voll ausgezahlt und ich kam nach einer für mich sehr guten Zeit von einer Stunde und drei Minuten relativ entspannt aus dem Wasser und lag auf Platz sieben in meiner Altersklasse.“ Beim Wechsel ließ sie einige Sekunden liegen, erwischte den falschen Beutel, musste umkehren. Endlich der Teppich, dann auf das Zeitfahrrad. Bei optimalen 20 Grad und nicht zu viel Wind ging es zunächst zwölf Kilometer durch die Stadt und dann direkt an der Küste entlang nach Norden. Nach circa einem Drittel der Runde links weg ins Landesinnere, wo durch einige Wellen die insgesamt knapp 1.000 HM zustande kamen. Als eher zurückhaltende Fahrerin hatte sie sich diesmal vorgenommen, etwas mehr auf dem Rad zu investieren. Die vielen Trainingskilometer kreuz und quer durch die Wetterau sollten schließlich nicht umsonst gewesen sein. Außerdem hatte sich die Karbenerin im Winter mit den Vereinskollegen durch die Zwift Racing Legeau gekämpft, was nicht nur großen Spaß, sondern auch einiges an Tempohärte gebracht hatte.

Am Laufen hatte ich viel gearbeitet und unter anderem den vereinsinternen Halbmarathon im Frühjahr als beste Frau abschließen können.

Maria Andreas

Als Dritte ihrer Altersklasse wechselte sie flüssig auf den Marathon: „Die Schnelligkeit und Präzision hatte ich mir vor allem in den Liga-Starts mit meinen Teamkollegen auf den kurzen Distanzen aneignen können“, sagt sie zufrieden. Jetzt war sie in ihrer Lieblingsdisziplin angekommen und hielt sich zu Beginn des Marathons strikt an die Vorgabe des Trainers: Bloß nicht zu schnell angehen! Die Laufbeine fühlten sich gut an.

„Am Laufen hatte ich viel gearbeitet und unter anderem den vereinsinternen Halbmarathon im Frühjahr als beste Frau abschließen können“, blickt sie zurück. Bis zur Hälfte des Laufkurses mitten durch die Kopenhagener Innenstadt hielt Maria ihr ideales Tempo und damit auch Platz drei in der W35. „Dann kam es, wie es kommen musste, quasi von jetzt auf gleich hat es mir den berühmt berüchtigten Stecker gezogen und mit jedem Schritt über die hügelige Strecke schmerzte mein Körper mehr und mehr“, sagt die talentierte Läuferin.

Die dritte von vier Laufrunden war extrem hart und zog sich wie Kaugummi. Da halfen auch die vielen begeisterten Zuschauer am Streckenrand nichts mehr, es war einfach nur ein Kampf. „You versus you. Jetzt geht es nur noch um deinen Kopf. Versuchen die Pace zu halten und die Schmerzen auszublenden. Durchbeißen, durchkämpfen!“ Die Bilder vom Ironman Frankfurt, wo sie viele ihrer Vereinskollegen vom Streckenrand gesehen und angefeuert hatte motivierten sie zusätzlich. Nach 42,195 Laufkilometern war es endlich geschafft – der Zieleinlauf und die magischen Worte „You are an Ironman"!

In zehn Stunden und fünf Sekunden feierte sie die bronzene Ironman-Medaille der W35. „Ich habe es in meiner Altersklasse aufs Podest geschafft und dass bei meiner dritten Langdistanz. Qualifiziert für die WM in Kona, Hawaii. Der Traum jedes Triathleten“, sagt sie ergriffen. „Mit meinem Weg und dem Erfolg bin ich überglücklich und habe das natürlich vor allem meinem Verein und meinem Trainer zu verdanken.“

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