29.06.2022

Gut vorbereitet zum Ironman-Finish

30 Mitglieder von Eintracht Frankfurt Triathlon haben sich im Rahmen des Langdistanzprojektes für den 26. Juni 2022 vorbereitet. Alle haben gefinisht!

Über 100 Mitglieder von Eintracht Frankfurt Triathlon sind am Sonntag, 26. Juni, bei der Mainova IRONMAN European Championship in Frankfurt gestartet. Von den Teilnehmenden des Langdistanz-Projektes sind 25 an die Startlinie gegangen, alle haben seit der Erstauflage des Projektes 2018 gefinisht. Wir stellen die Rennen einiger Teilnehmer vor.

Jens Gresselmeyer  Drei Anläufe bis zur Finishline

Jens Gresselmeyer nahm dreimal Schwung, ehe er am Sonntag, 26. Juni auf dem Römer finishen konnte. Zweimal machte ihm Corona einen Strich durch die Rechnung und einmal ein gebrochener Fuß. 

Ohne die Unterstützung unserer Trainer aus dem Langdistanz-Projekt wäre ich nicht zur Startlinie am Langener Waldsee gekommen.

Jens Gresselmeyer

"Die stetige Motivation, das strukturierte Training und die persönliche Begleitung im Rahmen des Projekts bis zum Start am Sonntagmorgen haben mich zum Ironman gebracht. Ohne die Unterstützung unserer Trainer aus dem Langdistanz-Projekt wäre ich nicht zur Startlinie am Langener Waldsee gekommen", sagt Jens.

Am Start dann Hochspannung: „Was mache ich hier eigentlich?“, fragte sich Jens Gresselmeyer morgens um 06.30 Uhr. Aber mit dem Vorrücken zur Startlinie verschwand der Gedanke. „Durch den Rollingstart ist der Anfang noch easy, aber auf die dann folgenden 1:10 Stunden Waschmaschine war ich nicht wirklich vorbereitet, ein Erlebnis ohne Ende." Der Radteil lief super, die Ausdauer war da. 30 Minuten früher als geplant wechselte er nach 5:35 Stunden auf die Abschluss-Disziplin: 42,195 Kilometer im Kreis um den Main herum. Die ersten 20 Kilometer waren für ihn ein Erlebnis. Getragen von den vielen Zuschauern und Eintrachtlern waren sie wie im Flug vorbei. „Wenn du an einem Knubbel von Eintrachtlern vorbeikommst, hast du das Gefühl, die Erde bebt.“ In der zweiten Marathonhälfte wurde es immer schwerer, aber das rote Band wollte er unbedingt haben. Und ab da war es nur noch ein Katzensprung zum Römer und zum "You are an Ironman."

„Ich habe enorm von dem strukturierten Langdistanz-Training profitiert. Neben den klassischen Einheiten Schwimmen, Rad und Laufen sind darin Mobility, Gymnastik, Stabilisation, Ernährung und weiter Angebote der Eintracht enthalten. Ich konnte das Training zusammen mit meinen Trainern, das waren hauptsächlich Philipp (Master Sportwissenschaften) und Georg (A-Trainer Langdistanz) auf meine besonderen Gegebenheiten zuschneiden. Das hat mir nach meinem gebrochenen Fuß geholfen, schnell wieder richtig trainieren zu können. Und wenn das noch nicht reichte, waren die Trainer immer da, um Fragen zu beantworten und Ratschläge oder Hinweise zu geben.“ Weiterempfehlen würde Jens das Projekt auf jeden Fall. „Warum soll man nicht von dem Erfahrungsschatz vieler Menschen bei Eintracht Frankfurt Triathlon lernen?“

Anne Harder – Debüt auf der Langdistanz unter 12 Stunden

Die zierliche Athletin erreichte bei ihrem Debüt auf der Langdistanz in 11:47 Stunden Platz 19 in der AK 30 und kam ohne Einbrüche über die drei Distanzen. „Es hat viel Spaß gemacht und war ein überwältigender Tag. Ich bin sehr zufrieden und es hätte beim ersten Mal nicht besser laufen können“, blickt sie zurück. „Als mir bei Kilometer 41,5 bewusst wurde, dass ich es gleich geschafft habe, sich jede einzelne Trainingseinheit gelohnt hat und ich gleich von meiner Familie und Freunden empfangen werde, war ich total geflasht. Es war toll, an jeder Ecke bekannte Gesichter zu sehen, die einen durch das Rennen getragen haben. Für mich war es super, gemeinsam in der Gruppe das gleiche Ziel zu verfolgen und sich gegenseitig zu unterstützen. Philipp stand bei Fragen immer zur Verfügung.“ Des Weiteren habe sie auch außerhalb des Projekts vom Austausch und den Tipps und Tricks der Eintracht-Community profitiert.

Carsten Philipp Rohmann – Sprint zum Check-in läutet Ironman ein

Aufregend war der Start für Carsten Philipp Rohmann morgens um 5.00 Uhr. Nachdem der Shuttlebus staubedingt schon vor der Zufahrt zum Langener Waldsee endete und 35 Minuten stand, begann der Tag um 5.30 Uhr mit einem Sprint, um noch das Einschwimmen zu schaffen. „Insgesamt hatte ich nur 15 Minuten Zeit, das Rad aufzupumpen und in den Neo zu springen. Dabei waren alle Eintrachtler eine richtige Unterstützung und haben schon mit einer Pumpe auf mich gewartet!“ Von den Wetterbedingungen habe er persönlich den idealen Tag erwischt: wenig Wind auf der Radstrecke und angenehme Temperaturen beim Laufen. „Als ich trotz 5-Minuten-Zeitstrafe 15 Minuten früher vom Rad abstieg als geplant, das war für mich der fast schönste Moment des Rennens.“ Die Stimmung gehörte natürlich auch dazu. Entlang des kompletten Nordufers seien Eintracht Frankfurt-Supporter verteilt gewesen, die jeden Teilnehmenden anfeuerten. Nicht-Eintrachtler bedankten sich am nächsten Tag beim Athleten-Brunch für die mentale Unterstützung durch die Adler-Supporter. Nach 11:54:30 Stunden und Platz 240 in der AK 40 überquerte Carsten die Ziellinie. „Nächstes Mal starte ich in Marbella“, setzt sich Carsten Philipp Rohmann als Ziel. „Ich will doch nochmal zwölf schöne Stunden genießen.“

Kirsten Krauthäuser – Doppelpremiere in Frankfurt

Für die Ockstädterin war der Ironman Frankfurt eine Doppelpremiere: Es sollte nicht nur die erste Langdistanz werden, sondern war auch gleichzeitig ihr erster Marathon. Trotz intensiver Vorbereitung mit dem Langdistanz-Programm der Eintracht Frankfurt Triathlon Abteilung war das ganze Vorhaben also eine spannende Angelegenheit.

„So fragte ich mich schon, als ich in meiner Startreihe am Langener Waldsee stand, was ich hier eigentlich zu suchen hatte. Aber dann stand ich plötzlich vorne“, reflektiert die 47-Jährige. „Mit einem: Du hast es nicht anders gewollt!, rannte ich in das 24,3 °C warme Wasser.“ Das Schwimmen lief mit 1:18 Stunde im Neoprenanzug nach Plan. Das Radfahren hingegen anfänglich nicht, denn Kirsten quälten von Beginn an starke Bauchschmerzen. Gedanken ans Aufhören kamen hoch, aber erstmal Watt rausnehmen, keine flache Aeroposition und hoffen, dass sich da was löst. Teil der Eintracht-Familie zu sein und wirklich überall angefeuert zu werden - auch von Nicht-Eintrachtlern, pushte sie vorwärts. „Teilweise wusste ich auf der Radstrecke nicht mehr wie ich heiße, weil alle nur "Eintracht"  brüllten. Glücklicherweise konnte ich die zweite Runde dann schon wieder etwas genießen und es kam mit 6:10 Stunden doch noch eine unerwartet gute Radzeit heraus.“ 

Nun kam die Überraschungstüte, der erste Marathon ihrer sportlichen Laufbahn. „Die vier Runden waren lang, ein mentaler Kampf mit dem Ziel Römerberg.“  Aufhören war für sie jetzt keine Option mehr. „Den ganzen Tag haben mich so viele bekannte und unbekannte Menschen angefeuert und der Jubel im Zielkanal hat dem die Krone aufgesetzt. Dieser Moment nach 12:20 Stunden wird unvergessen bleiben“, sagt sie ergriffen. „YOU ARE AN IRONMAN!  Ich habe es tatsächlich geschafft – in persönlicher Bestzeit und mit Platz 23 im guten Mittelfeld der AK 45!“ Ihr Dank geht an ihre Familie, ihren Mann Frank und die drei Jungs, die den dichten Trainingsplan mit viel Nachsicht aushalten mussten.

„Ich war dankbar, dass ich das Langdistanz-Projekt in meiner Vorbereitung hatte - für die grandiose Gemeinschaft und für die Trainingspläne und Analysen. Ich kann es nur weiterempfehlen.  Ich bin nach meiner Premiere gesund im Ziel und hatte von der ersten Trainingseinheit an viel Spaß. So verkehrt war es also nicht!“

Das nächste Langdistanz-Projekt von Eintracht Frankfurt Triathon startet im November 2022. 

Rund 160 Vereinsmitglieder unterstützen die Durchführung der Großveranstaltung als Streckenposten auf der Radstrecke in Bergen-Enkheim oder an der Verpflegungsstelle auf der Radstrecke bei Bad Vilbel. Zudem waren im Tri-Club Village an der Laufstrecke am Main durchgehend Supporter vor Ort, die jeden Teilnehmenden lautstark anfeuerten.

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