13.11.2020

Freunde mit Freude am Helfen

Michael Bender und Michael Domke widmen der Triathlon-Abteilung als Ehrenamtler seit Jahren einen Großteil ihrer Freizeit– und das mit großer Freude.

Neben ihren festen Tätigkeiten innerhalb der Abteilung zeigen Bender (l.) und Domke auch bei weiteren Veranstaltungen, beispielsweise Kinderwettkämpfen, großes Engagement.

Bereits seit 1987 ist Michael Domke Eintracht-Mitglied. Als damals 17-Jähriger trat er der Tischtennisabteilung bei und nahm zunächst für die Jugend, später für die Herren den Schläger in die Hand. Die Karriere wurde allerdings jäh beendet, als während seines Studiums weniger Zeit blieb und den Adlerträger außerdem anhaltende Rückenbeschwerden plagten. Schon damals bewies Domke mit einer nicht selbstverständlichen Geste seine großzügige Denk- und Handlungsweise: „Die Rückenbeschwerden haben es mir zwar unmöglich gemacht, aktiv weiterzuspielen. Dennoch habe ich es als eine Art Verpflichtung angesehen, weiterhin passiv zu unterstützen und bin deshalb der Tischtennisabteilung vorerst erhalten geblieben.“ Im Gegensatz zu Domke fand Namensvetter Michael Bender direkt den Weg in die Triathlon-Abteilung. Als Betreuer einer Freundin erlebte der gebürtige Chemnitzer den Ironman Frankfurt im Jahre 2009 hautnah mit – und entdeckte gleichzeitig eine neue Leidenschaft für sich. „Noch im Herbst desselben Jahres habe ich mich bei den Eintracht-Triathleten angemeldet, weil die SGE in der Region der größte und gleichzeitig mein Herzensverein ist“, verrät er.

Während Bender also bereits aktiv Triathlon betrieb, war Domke nach wie vor Passivmitglied der Tischtennisabteilung. Ändern sollte sich das im Jahr 2012, als dank der Hartnäckigkeit Benders aus den damaligen Arbeitskollegen zusätzlich Abteilungskollegen innerhalb der Triathlon-Abteilung wurden. „Michael Bender wusste, dass ich immer schon viel mit dem Rad fuhr und gerne lief. Also schlug er vor, ich solle doch mal Triathlon ausprobieren“, erinnert sich Domke, der sich anfangs gegen diese Idee wehrte – vergeblich: „Er hat mich dann buchstäblich ins kalte Wasser geworfen, mich zu einem Sprintdistanz-Triathlon in Mörfelden-Walldorf angemeldet und die Startgebühr bezahlt. Dafür bin ich ihm bis heute sehr dankbar, denn ich hatte einen Riesenspaß und bin seitdem ebenfalls begeisterter Triathlet.“ Seither zählen die beiden Michaels zu den unverzichtbaren Stützen der Abteilung und sind aus dieser nicht mehr wegzudenken. Denn einen bestimmten Grundsatz teilen beide mit Überzeugung: „Ich denke, innerhalb eines Vereins bzw. einer Abteilung sollte jeder einen Beitrag zum Gesamtwohl leisten“, sagt Domke. Dem schließt sich auch Bender an: Nur gemeinsam können wir die Abteilung voranbringen und etwas erreichen. Das sollte Motivation genug sein.“

Schrauben, organisieren, trainieren, schiedsrichtern

Die ehrenamtlichen Tätigkeiten, die die beiden Sportskameraden innerhalb der Triathlon-Abteilung übernehmen, sind ebenso vielfältig wie zeitaufwendig. Michael Domke hat sich beispielsweise als Radwart der Kinder- und Jugendräder einen Namen gemacht. Bei den Jugendtrainingseinheiten ist er meist selbst vor Ort, macht mit und greift zum Schraubenschlüssel, sobald es nötig ist. „Vor rund vier Jahren wurde ich gefragt, ob ich dieses Amt übernehmen wolle. Da ich ohnehin gerne handwerklich tätig bin, habe ich selbstverständlich zugesagt“, so der Adlerträger. Ob quietschende Bremsen, Probleme mit der Schaltung oder sonstige Schwierigkeiten am Rad – der 50-Jährige gibt den Kids stets dieselbe Antwort: „Das bekommen wir hin.“ Einmal im Jahr, gegen Jahresende, stellt sich Michael Domke einer Herkulesaufgabe: Rund 65 Räder müssen inspiziert, gewartet und gegebenenfalls repariert werden, sodass sich die Kids im Frühjahr des kommenden Jahres auf einwandfreie Bikes schwingen können. „In dieser Zeit bin ich circa fünf Tage jeweils acht Stunden, also von morgens bis abends, beschäftigt und nehme mir ein Rad nach dem anderen vor“, so Domke, der in einer normalen Regelwoche durchschnittlich rund zwei Stunden dafür opfert – und somit im Jahr rund 150 Stunden an Rädern schraubt. Oft leisten ihm dabei weitere freiwillige Helfer im Wechsel tatkräftige Unterstützung, was das Handwerken laut Domke ein Stück weit angenehmer mache. Daneben ist er Inhaber einer C-Trainerlizenz und möchte seiner Tätigkeit als Übungsleiter zukünftig noch mehr Zeit widmen. Auch bei Großveranstaltungen hilft Domke stets an vorderster Front und unterstützt damit in erster Linie seinen Teamkollegen Michael Bender.

Dessen ehrenamtliche Tätigkeit besteht nämlich unter anderem darin, beim Ironman Frankfurt sowie beim Frankfurt City Triathlon einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. „Ich übernehme die gesamte Organisation einer Verpflegungsstation“, so Bender, der ergänzt, welche Arbeit dahintersteckt: „Über das ganze Jahr verteilt planen wir mit den Veranstaltern den Ablauf, die Logistik und den Ort der Station. Dieser besteht meist aus zehn bis zwölf Abschnitten, mit zum Beispiel Bananen, Energie-Gels, Wasser und anderen isotonischen Getränken. Rund 130 Helferinnen und Helfer sind hierbei im Einsatz.“ Hinzu kommen noch andere Hilfeleistungen, wie das Durchführen des Check-ins sowie der Startpass-Kontrolle oder das Schützen der Strecke mittels Streckenposten. Auch hier ist der 48-Jährige für die Planung verantwortlich. „Wir als Verein unterstützen die Wettkämpfe somit maßgeblich und überlegen, wie wir unser Engagement von Jahr zu Jahr sogar noch ausweiten können“, erklärt der Adler-Triathlet. Bender ist aber nicht nur als Organisator unverzichtbar für die Abteilung. Er ist ebenso technischer Leiter des Abteilungs-Fuhrparks, der aus drei Bussen und einem Anhänger besteht, und zudem Helfer im eigenen Teambekleidungsverkauf. „Meine zeitlich umfangreichste Tätigkeit ist jedoch meine Aufgabe als Schiedsrichter in mehreren Funktionen im Hessischen Triathlon-Verband, die ich ebenfalls gerne ausübe. Jeder Verein muss eine gewisse Anzahl an Schiedsrichtern stellen, da sonst keine Veranstaltungen ausgerichtet werden können“, verrät der Eintrachtler. Rund 300 Stunden Ehrenamtstätigkeit jährlich kommen so insgesamt zusammen.

Viel Zeit also, die die Adlerträger theoretisch auch in Freizeitaktivitäten investieren könnten. Denn als berufstätiger Familienvater – und das sind sie beide – sind die Wochen ohnehin meist vollgepackt. Warum also das zeitintensive Engagement? „Ich bin ein Mensch, der gerne weiterhilft und versucht, Lücken zu schließen, wo welche aufkommen“, erklärt Michael Domke und fügt an: „Und da ich ganz oft lobende Rückmeldungen bekomme, die im Beruf meist ausbleiben, lohnt sich die Mühe allemal.“ Michael Bender pflichtet dem bei: „Es macht mir Spaß, die Ehrenamtstätigkeiten auszuführen, weil ich sehr gerne im Team arbeite und motiviert bin, die Abteilung voranzubringen. Es ist ein Geben und ein Nehmen, bei dem wir alle dasselbe Ziel verfolgen: einander zu helfen und dafür zu sorgen, dass wir alle unseren geliebten Sport ausüben können.“

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